Thema:Lohngleichheit

berschrift:Frau klagt vor Arbeitsgericht

Initialtext:Eine Frau klagt heute vor dem Arbeitsgericht wegen geringen Lohns.

Locations:A-11, A-16, A-21, A-22, A-30, A-40, A-41

Basistext:Mit der Forderung einer 35jhrigen Frau, fr gleiche Arbeit wie ihre mnnlichen Kollegen auch gleiche Entlohnung zu erhalten, mu sich heute das Arbeitsgericht beschftigen. Obwohl die Frau in der Elektrofirma Glhfix die gleiche Ttigkeit wie die mnnlichen Beschftigten verrichtet, wurde sie zunchst in einer niedrigeren Lohngruppe eingestuft und sollte erst nach einer Bewhrungsphase hheren Lohn bekommen.



--- A11 ---    (Arbeitsamt, Arbeitsamts-Direktor Blmel)

Anzahl:3

Wertung1:8
Frage1:Was halten Sie von der Forderung der Frau?
Frageb1:
Antwort1:Ich kenne zwar nicht alle Einzelheiten der Ttigkeit sowohl der Frau wie ihrer mnnlichen Kollegen, mchte aber auf die Entscheidung des Bundesarbeitsgerichtes in Kassel hinweisen, die bei gleicher Ttigkeit auch gleichen Lohn, unabhngig vom Geschlecht, vorschreibt. Seit 1980 ist der Grundsatz  "gleiches Entgelt fr gleiche oder gleichwertige Arbeit " berdies durch das EG-Anpassungsgesetz im Brgerlichen Gesetzbuch verankert.


Wertung2:8
Frage2:Sind Sie in Ihrer Ttigkeit auch mit solchen Ungerechtigkeiten konfrontiert?
Frageb2:
Antwort2:Grundstzlich ist es so, da Stellen geschlechtsneutral ausgeschrieben werden mssen, damit Frauen die gleichen Chancen haben. Wir stellen allerdings sehr oft fest, da bestimmte Stellen uns von den Firmen als besonders fr Frauen geeignete Stellen dargestellt werden und dann - bei nur geringfgig anderen Ttigkeitsmerkmalen als denen fr "mnnliche" Stellen - die Lohneingruppierung unter denen der Mnner liegt.

Wertung3:4
Frage3:Untersttzen Sie die Forderung der Frau?
Frageb3:ob er die Forderungen der Frau untersttze.
Antwort3:Wie ich schon sagte, sind mir nicht alle Einzelheiten bekannt, aber ich sehe der Entscheidung des Gerichts mit Spannung entgegen und erwarte von ihr auch Auswirkungen fr die Zukunft.


--- A16 ---     (Gericht, Richterin Dr. Ingeborg Frese)

Anzahl:3

Wertung1:7
Frage1:Hat man Ihnen persnlich auch schon gleiche Bezahlung wie Ihren mnnlichen Kollegen verweigert?
Frageb1:
Antwort1:Natrlich ist dies nicht direkt geschehen. Aber es wurde mir als Frau oft schwer gemacht, in eine bessere Position aufzusteigen, die ein mnnlicher Kollege schon lnger bekleidete. Dann kommen leicht die alten Argumente "Der Mann mu ja eine Familie ernhren" oder so. Da ich auch eine Familie ernhre, spielt dabei offenbar keine Rolle.

Wertung2:5
Frage2:Wie wrden Sie den vorliegenden Fall entscheiden?
Frageb2:wie sie in dem vorliegenden Fall entscheiden wrde.
Antwort2:Auf eine solche Frage in diesem Stadium zu antworten, fllt mir natrlich schwer. Ich mchte nur darauf hinweisen, da genau geprft werden mu, welche Ttigkeit die Frau ausbt, ob die gleichen Ttigkeitsmerkmale wie fr die mnnlichen Kollegen vorliegen, und dann mu es natrlich heien: Gleicher Lohn fr gleiche Arbeit.

Wertung3:4
Frage3:Ist es das erste Mal, da Ihr Gericht mit einer solchen Klage konfrontiert wird?
Frageb3:
Antwort3:Ja. An unserem Gericht hat bisher keine Frau auf gleichen Lohn wie ihre mnnlichen Kollegen geklagt. Aber die Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichtes gibt den Richtern hier schon eine entscheidende Hilfestellung an die Hand.


--- A21 --- (Bckerei, Bckermeister Mehlwurm)

Anzahl:3

Wertung1:3
Frage1:Beschftigen Sie in Ihrer Bckerei auch weibliche Bckerlehrlinge?
Frageb1:ob er in seiner Bckerei auch weibliche Bckerlehrlinge beschftige.
Antwort1:Nein. Die weiblichen Angestellten arbeiten im Verkauf, und in der Bckerei selbst beschftige ich nur Mnner.

Wertung2:2
Frage2:Knnten Sie es sich denn vorstellen, da Sie eine Frau als Bckerlehrling einstellen?
Frageb2:
Antwort2:Es gibt zwar inzwischen einige weibliche Bckergesellen und -meister, aber in meiner Bckerei ist eine Beschftigung von Frauen einfach nicht drin. Ich finde, das ist Mnnerarbeit. Da haben Frauen nichts zu suchen. Im brigen fallen die ja doch wegen Kindererziehung und so aus.

Wertung3:2
Frage3:Aber damit bestrafen Sie Frauen doch dafr, da sie Kinder bekommen?
Frageb3:
Antwort3:Sehe ich nicht so. Ich hab' das immer so gehalten: Der Mann ist der Ernhrer, die Frau kmmert sich ums Haus.


--- A22 --- (Friseursalon, Auszubildende Alexandra Welle)

Anzahl:2

Wertung1:4
Frage1:Wie stehst Du zu der Klage?
Frageb1:
Antwort1:Ich finde es einfach gut, da eine Frau einmal den Mut hat, sich gegen diese Ungerechtigkeit zur Wehr zu setzen.

Wertung2:5
Frage2:Fhlst Du Dich ungerecht behandelt?
Frageb2:ob sie sich ungerecht behandelt fhle.
Antwort2:In unserem Friseursalon arbeiten nur Frauen, daher gibt es hier keine ungerechte Behandlung den Mnnern gegenber. Allerdings sehe ich es immer wieder um mich herum, wie den Frauen einfach nur die geringer bezahlten Ttigkeiten angeboten werden und wie fr gleiche Arbeit kein gleicher Lohn gezahlt wird.


--- A30 --- (Universitt, Universitts-Rektor Prof. Klugschreiber)

Anzahl:4

Wertung1:9
Frage1:Gibt es an Ihrer Universitt einen Frauenfrderplan?
Frageb1:
Antwort1:Ja, seit gut einem Jahr. Ich war eigentlich dagegen, bei gleicher Qualifikation Frauen jeweils den Vorzug zu geben. Aber mir ist bei der Diskussion ber den Frauenfrderplan klargeworden, da es ja eigentlich keine Bevorzugung ist, sondern ein Ausgleich von bisheriger Benachteiligung. Fr einen gewissen Zeitraum finde ich das in Ordnung.

Wertung2:5
Frage2:Wieviele Dozentinnen gibt es an Ihrer Universitt?
Frageb2:
Antwort2:Ungefhr zehn Prozent der Dozenten sind Frauen, und sie werden natrlich genauso bezahlt wie die Mnner.

Wertung3:5
Frage3:Warum sind so wenig Frauen in Fhrungspositionen?
Frageb3:
Antwort3:Ja, also ... Es liegt wohl an den Frauen. Vielleicht aber auch an den Vorgesetzten. Wenn ich jetzt darber nachdenke, mte man Frauen viel strker frdern und ermutigen, sich fr Spitzenpositionen zu bewerben.

Wertung4:4
Frage4:Wie reagieren Sie auf die Klage der Frau?
Frageb4:wie er auf die Klage der Frau reagiere.
Antwort4:Grundstzlich gilt nun einmal: Gleicher Lohn fr gleiche Arbeit!


--- A40 --- (Studentenkneipe, Studentin Sandra Semester)

Anzahl:3

Wertung1:9
Frage1:Hast Du Dich ber die Klage der Arbeiterin vor dem Arbeitsgericht informiert?
Frageb1:
Antwort1:Ja, ich habe mich bis ins Detail ber diesen Fall informiert und herausgefunden, da diese Frau wirklich haargenau die gleichen Arbeiten unter den gleichen Bedingungen wie ihre mnnlichen Kollegen verrichtet. Daher finde ich die ungleiche Bezahlung einfach eine Unverschmtheit. Die Entscheidung, nun damit vor das Arbeitsgericht zu gehen, ist die einzig vernnftige Lsung.

Wertung2:8
Frage2:Begegnest Du dieser Schlechterstellung von Frauen auch in Deinem Alltag?
Frageb2:
Antwort2:In meinem Bekanntenkreis gibt es viele Beispiele, wo Frauen einfach schlechter bezahlt werden als Mnner. Auch bei verschiedenen Ferienjobs habe ich es immer wieder erlebt, da hauptschlich Frauen eingestellt wurden und diese dann eine schlechtere Bezahlung erhielten. Ich bin also sehr froh, da es hier nun einmal Widerstand von einer Frau gegen diese ungleiche Behandlung gibt.

Wertung3:6
Frage3:Du wrdest also als Betroffene auch in jedem Fall klagen?
Frageb3:ob sie als Betroffene auch in jedem Fall klagen wrde.
Antwort3:Ja, das wrde ich auf jeden Fall tun.


--- A41 --- (Arbeitslosentreffpunkt - Arbeitslose Frau Else Bartmann)

Anzahl:2

Wertung1:7
Frage1:Wie reagieren Sie auf die Klage dieser Frau, die doch immerhin eine Arbeit hat?
Frageb1:
Antwort1:Sie haben mit Ihrer Andeutung recht: Ich wre froh, wenn ich berhaupt eine Arbeitsstelle htte - und wenn ich ein Mann wre, htte ich wahrscheinlich auch eine Stelle. Ich als Frau war eine der ersten, die von unserem Betrieb entlassen wurden, als die wirtschaftliche Lage schlechter wurde. Aber trotzdem hat sie vllig recht, sich hier nicht diskriminieren zu lassen.

Wertung2:7
Frage2:Sie verstehen die Motive der Frau?
Frageb2:ob sie die Motive der Frau verstnde.
Antwort2:Ich verstehe diese Frau und finde es einfach schlimm, wie oft Frauen in unserer Gesellschaft immer noch zurckgesetzt werden - wie man es nicht zuletzt an meinem Beispiel sieht. Man wollte mir doch noch glatt klarmachen, da durch meine Arbeitslosigkeit ein Familienvater seine Stelle behalten knnte und mein Mann doch schlielich noch eine Stelle hat. Ich mte also eigentlich noch ganz dankbar sein. So etwas htte man mit einem Mann garantiert nicht gemacht! Ich hoffe, da das neue Gesetz aus Bonn den Frauen weiterhilft. Aber das eigentliche Umdenken mu in den Kpfen passieren.

